Regierender Bürgermeister in Prag und Warschau

BERLIN/PRAG – Berlins Regierender Bürgermeister, Kai Wegner (CDU), ist noch bis morgen unterwegs in unseren Partnerstädten Prag und Warschau. Der Regierende wird dabei von Vertretern Berliner Unternehmen und von Repräsentanten der Wirtschaftsförderorganisation „Berlin Partner“ begleitet.

Ziel sei es, „unsere Städte krisenfest aufzustellen und den Schutz der Bevölkerung auszubauen. Deshalb stehen die Themen Sicherheit, Krisenfestigkeit und DefTech im Fokus meiner Gespräche“, erklärte Wegner.

Heute eröffnet Wegner zusammen mit dem Prager Primátor den „Prague Resilience Summit“ im Neuen Rathaus und spricht dort um 9.25 Uhr ein Grußwort. Nach Ankunft in der polnischen Hauptstadt kommt Wegner um 15 Uhr in Begleitung der Berliner Delegation mit Stadtpräsident Rafał Trzaskowski zusammen. Um 16.30 Uhr nimmt der Regierende noch an einem Round Table zum Thema DefTech mit Warschauer Unternehmen und Verbänden teil.




Zusammengeschlagen, weil er in der S-Bahn helfen wollte

TREPTOW – Weil er zwei Frauen zu Hilfe gekommen ist, wurde ein 39-Jähriger in der Berliner S-Bahn von einer Gruppe „jungeer Männer“ brutal zusammengeschlagen. Die Bundespolizei konnte zumindest Videoaufzeichnungen sicherstellen und ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung.

Das spätere Opfer war in einer S-Bahn der Linie S46 auf Höhe des S-Bahnhofs Wildau im Landkreis Dahme-Spreewald (Brandenburg) unterwegs, als er bemerkte, dass eine etwa zwölfköpfige Gruppe die beiden Frauen belästigte. Als er sich einmischte, um zu schlichten, schlugen mehrere der „Männer“ auf den 39-Jährigen ein, der die Bahn am S-Bahnhof Treptower Park verließ und erst von zu Hause aus den Notruf anrief. Er kam dann ins Krankenhaus zur Versorgung seiner Brüche im Gesicht.

Die Polizei sucht nun nach möglichen Zeugen des Vorfalls, der sich bereits am vergangenen Donnerstag ereignete. Zudem hofft sie, dass sich die jungen Frauen melden, die belästigt wurden.




Berlin trauert um eine Legende: „Rock’n’Roll is a state of mind“ – Ein Nachruf auf Rik de Lisle

Am 30. März ist in Berlin ein Licht erloschen, das über Jahrzehnte hinweg die deutsche Radiolandschaft erhellt hat. Richard „Rik“ de Lisle, der Mann mit der unverwechselbaren Reibeisenstimme und dem charmantesten amerikanischen Akzent der Nation, ist im Alter von 79 Jahren friedlich für immer eingeschlafen. Mit ihm geht nicht nur eine Moderatoren-Legende, sondern ein Mensch, der das Radio in Deutschland grundlegend verändert hat. Für seine Hörer der „alte Ami“, für seine Kollegen ein unerschütterlicher Fels in der Brandung und für seine Vertrauten vor allem eines: ein wahrer Freund.

Von Thailand nach Berlin

Riks Reise begann weit weg von den Berliner Sendemasten, in Milwaukee, Wisconsin. Als US-Sergeant der Airforce diente er seinem Land in Uniform, doch seine wahre Berufung fand er am Mikrofon.

Begonnen hat es beim American Forces Network (AFN) in Thailand. Als er dann nach Frankfurt versetzt wurde und 1982 nach Berlin zog, traf er hier auf eine Radiowelt, die im Vergleich zu seinen Erfahrungen steif und wenig insperierend wirkte.

Doch in Berlin traf er Gleichgesinnte wie etwa den legendären Rias-Moderator „Dennis King“. Der erinnert sich heute mit Wehmut an die erste Begegnung: „Wir haben uns sofort gut verstanden, hatten wir doch beide Radio als etwas weit Größeres erlebt, als das was deutsche Sender daraus machten.“ Es war diese Vision von Radio, die Rik später zum Star machen sollte.

Der Aufstieg zum „alten Ami“

Nach seinem Abschied vom Militär wagte Rik ebenfalls den Sprung zum RIAS, nicht ohne Selbstzweifel. Würde sein Deutsch ausreichen?

Natürlich reichte es aus, wurde sogar sein Markenzeichen. Aus dem Airforce Sergeant wurde „der alte Ami“. Seine Sendung „Old Gold Retold“ beim AFN war Legende, doch beim RIAS wurde er für die Berliner und darüber hinaus schnell zum Kult.

Rik de Lisle brachte eine Lockerheit in den Äther, die es vorherso in Deutschland kaum gab. Er moderierte den „Frühstart“ und wurde zu einer markanten Stimme der geteilten Stadt. Sein Motto „Rock’n’Roll is just a state of mind“ war keine hohle Phrase, sondern eine Lebensphilosophie, die er bis zu seiner letzten Sendung beim privaten Berliner Rundfunk 91.4 verkörperte.

Der Mensch hinter dem Mikrofon

Hinter dem schillernden Radiostar verbarg sich jedoch eine Geschichte von großer Disziplin und Menschlichkeit. Während er morgens im Studio dafür sorgte, dass die Hörer mit einem Lächeln im Gesicht den Tag begannen, wartete zu Hause die Realität eines alleinerziehenden Vaters. Rik erzog zwei Kleinkinder allein, wechselte Windeln und bereitete das Frühstück vor, sobald die rote „On Air“-Lampe erloschen war. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin führten sie eine Ehe, die von Respekt und Zusammenhalt geprägt war, und zogen ihre Patchwork-Familie mit großer Liebe durch.

Ein Leuchtfeuer erlischt

Die Radiobranche trauert um einen Mann, der sein Metier mit einer Intensität liebte, die ihresgleichen suchte. Rik de Lisle blieb bis zum Ende seines Lebens „on air“, immer mit Bodenhaftung und Leidenschaft für die Musik. Auch wenn die Diskussion darüber, ob Michael McDonald nun der bessere Sänger bei den „Doobie Brothers“ war, zwischen ihm und seinen Freunden ewig ungeklärt bleiben werden, so besteht kein Zweifel an dem großen Vermächtnis dieses einzigartigen Mannes.

Rik de Lisle war mehr als nur eine Radiostimme. Sein Tod hinterlässt eine Lücke, die sehr lange nicht zu füllen sein wird.

Thank you for your service, Airforce Sergeant Rik de Lisle! Keep on rocking.




Bauen in Berlin? Am Beispiel des Mauerpark-Stadions ist erkennbar, was hier falsch läuft

von KLAUS KELLE

PRENZLAUER BERG – Der 11. Februar war ein ziemlich grauer Tag, als im Berliner Gleimviertel die Zeit der „DDR-Moderne“ endgültig endete. Um punkt 10:07 Uhr erschütterte ein dumpfer Doppelknall den Prenzlauer Berg. Die zwei verbliebenen, 64 Meter hohen Flutlichtmasten des Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks knickten wie Streichhölzer ein und sackten in einer Staubwolke in sich zusammen. Was für die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ein „notwendiger Schritt zur Baufreiheit“ war, wirkte auf hunderte grimmig dreinschauende Bürger hinter rot-weißen Absperrgittern wie die öffentliche Hinrichtung eines Stadtteil-Wahrzeichens.

Bauen in Berlin: Das Ende der Konsensgesellschaft

Der Jahn-Sportpark ist dabei längst kein lokal begrenztes Bauprojekt mehr. Er ist das Mahnmal einer Metropole, in der Bauen ohne erbitterten Widerstand, Gerichtsverfahren und Polizeieinsätze unmöglich geworden ist. Wo früher Kräne als Zeichen von Fortschritt galten, werden sie heute als Symbole für Gentrifizierung, ökologische Ignoranz und politische Rechthaberei wahrgenommen. Der Konflikt am Mauerpark zeigt, wie hier zwei unversöhnliche Weltanschauungen aufeinanderprallen: Die staatliche Logik von „Abriss und Neubau“ gegen die zivilgesellschaftliche Forderung nach „Erhalt und Sanierung“. Und sichr für viele ein wenig DDR-Romantik.

Die Proteste rund um den Februar 2026 waren intensiv. Als die Vorbereitungen für die Sprengung der Masten anlifen, kam es zu Sitzblockaden an den Zufahrtswegen, um die anrückenden schweren Maschinen aufzuhalten. Aktivisten der Bürgerinitiative (BI) Jahnsportpark und Unterstützer von „Ende Gelände“, auch einfache Anwohner versuchten, die Baustelle zu besetzen und so das Vorhaben zu stoppen, was schon ein bisschen naiv erscheint.

Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an, um das Gelände zu räumen. Es kam sogar zu Handgemengen, mehrere Personen wurden in polizeiliches Gewahrsam genommen. Die Wut der Protestler war scheinbar auch einem Gefühl der Ohnmacht gschuldet, hatte man es doch vorher mit Petitionen und friedlichen Protesten auch von Tierschützern versucht. „Hier wird Beton-Politik aus den 90ern gegen den Willen des Kiezes durchgeprügelt“, rief ein Sprecher der Bürgerinitiative durchs Megafon, während im Hintergrund die Sprengladungen an den Stahlgerüsten angebracht wurden. Doch der Senat nutzte ein Zeitfenster kurz vor Beginn der offiziellen Brutzeit (1. März), um Fakten zu schaffen, die juristisch nicht mehr rückgängig zu machen sind.

Denkmalschutz vs. Inklusion

Der Kern des Streits liegt wohl in der Definition von Fortschritt. Der Berliner Senat argumentiert mit der Inklusion. Das alte Stadion sei marode, die Tribünen für Rollstuhlfahrer unzugänglich, die Sanitäranlagen eine einzige Katastrophe. Ein „Leuchtturmprojekt“ für den Behindertensport wolle man schaffen, ein Stadion, das weltweit Maßstäbe setzt. Was sonst? Berlin halt…

Inklusion? Das sei bloß das „Totschlagargument“ des Senats für den Abriss historischer Bausubstanz, hallt das Echo zurück. Die „Ostmoderne“ dieses Stadions mit seiner markanten roten Haupttribüne hätte man auch durch neue Fahrstühle und Rampen barrierefrei gestalten können – und vor allem viel kostengünstiger.

Aber sind wir ehrlich!

Der Jahn-Park steht nicht allein. Ob beim Molkenmarkt, beim Hermannplatz oder beim A100-Ausbau – wann immer irgendwo Bagger anrollen, sind die altbekannten Demo-Profis zur Stelle, oftmals ergraute Revolutinsromantiker von einst, unerbittliche Kämpfer gegen die Modernisierung. Berlin ist zur Arena des Baustopps geworden. Die Baumuffel sind heute besser vernetzt, juristisch versierter und kompromissloser als noch vor 20 Jahren. Jede gefällte Pappel, jeder abgerissene Betonpfeiler, jedes grüne Kleinbiotop wird zum Politikum.

Die Verwaltung reagiert oftmals genervt und zieht ihre Pläne einfach brachial durch, was dann allerdings den Frust weiter vergrößert und die Proteste anstachelt. Im Jahn-Sportpark fand die vorgeschriebene Bürgerbeteiligung zwar statt, doch die Ergebnisse – die überwiegende Mehrheit sprach sich für eine Sanierung des Bestands aus – wurden vom Senat ignoriert.

Das neue Inklusionsstadion wird gebaut, daran lassen die Trümmerberge im Prenzlauer Berg keinen Zweifel mehr. Doch der Preis ist hoch. Nicht nur finanziell übrigens – die Kosten sind mittlerweile auf fast 300 Millionen Euro explodiert –, sondern vor allem gesellschaftlich.

Wenn 2028 die ersten inklusiven Wettkämpfe im neuen Stadion stattfinden, wird die Architektur modern und die Barrieren werden verschwunden sein. Doch die Narbe, die der Abriss im kollektiven Gedächtnis des Viertels hinterlassen hat, wird so schnell nicht verheilen. Wer in Berlin baut, muss den knallharten Konflikt einplanen.




S-Bahn während der Osterferien eingeschränkt

Die Ringbahn ist vom 30. März bis in die Nacht auf den 13. April zwischen Treptower Park und Tempelhof unterbrochen. Grund ist die Erneuerung des elektronischen Stellwerks Neukölln. 

Ersatzbusse im Einsatz

Die Linie S46 aus Königs Wusterhausen endet deshalb am Treptower Park, ebenso die Linie S47 aus Spindlersfeld. Auf den Ringbahnlinien S41 und S42 sind auf dem betroffenen Abschnitt während der Osterferien Ersatzbusse im Einsatz. Auch auf der S46 fahren Busse zwischen dem S- und U-Bahnhof Tempelhof und dem S-Bahnhof Baumschulenweg. Ebenfalls gebaut wird in Lichterfelde Süd. Dort erneuert die Bahn zwischen dem 27. März und dem 13. April Gleise. Zwischen Teltow Stadt und Lichterfelde Ost ist deshalb der S-Bahnverkehr unterbrochen. Betroffen sind die Linien S25 aus Hennigsdorf und S26 aus Blankenburg. Beide Verbindungen enden in Lankwitz.




Anschlag auf Stromversorgung: Massiver Polizieinsatz gegen Linksterroristen in Berlin

Hunderte Beamte von LKA und Polizei sind zur Zeit in Berlin unterwegs, um Wohnungen und Büros von Personen aus der linksextremistischen Szene Berlins zu durchsuchen. Das Vorgehen der Ermittler richtet sich gegen die vermuteten Täter der Terroranschläge im September 2025 in Adlershof. Auch in drei weiteren Bundesländern läuft die Razzia.

Konkret bekannt ist im Moment der Einsatz gegen die „Anarchistische Bibliothek“ an der Reichenberger Straße in Kreuzberg.

Am 9. September 2025 hatten Linksterroristen zwei Strommasten in Johannisthal im Bezirk Treptow-Köpenick angezündet. So kam es zu einem großflächigen Stromausfall. 45.000 private Haushalte und Gewerbebetriebe blieben in der Folge mehrere Tage ohne Strom. 




16-Jährige in Berliner Jugendclub vergewaltigt: Behörde rief Polizei nicht, um arabische Täter „nicht zu stigmatisieren“

BERLIN – Es ist unfassbar, was in unserem Land und besonders in der Hauptstadt Berlin jeden Tag an verstörenden Vorkommnissen passieren. Und es ist kein Geheimnis mehr, dass viele Politiker, Behörden und Medien sich aktiv an der Vertuschung von Straftaten beteiligen, die nicht ins eigene ideologische Weltbild passen.

So wie heute von der BILD berichtet

In einem „Jugendclub“ im Berliner Problembezirk Neukölln sollen neun Jungen „mit arabischen Wurzeln“ eine 16-jährige türkisch-kurdische Schülerin im Januar in einen hinteren Raum des Jugendklubs (Wutzkyallee) getragen, auf eine Couch geworfen, sich abwechselnd auf sie gesetzt und die Jugendliche angefasst haben. Ein weiterer Junge stand an der Tür Schmiere. Erst als zufällig eine Mitarbeiterin bemerkte, was da passiert, ließen die Jugendlichen von der Schülerin ab.

Drei Tage nach dem Vorfall habe die 16-Jährige ausgesagt, dass sie bereits im November vergangenen Jahres im Garten der Einrichtung vergewaltigt wurde. Der damals 17-jährige Täter soll die Tat gefilmt und ihr gedroht haben: „Ich will dich hier jeden Montag sehen, sonst schicke ich das deinen Eltern.“

Wie die BILD heute berichtet, waren die Übergriffe auf das Mädchen sowohl dem Jugendklub als auch dem Jugendamt bekannt. Doch niemand dort habe die Polizei informiert und Strafanzeige erstattet. Intern habe es im Jugendklub geheißen, man wolle „den Ball flachhalten“, damit die Täter nicht pauschal mit „typisch Muslime“ stigmatisiert würden. Stattdessen sei in der Einrichtung die Tür des hinteren Raums ausgehängt worden und man habe ein sogenanntes „Safewort“ vereinbart, das Mädchen im Falle einer Bedrohung äußern könnten. Gegen wen auch immer, denn im Januar waren nur Täter mit ihrem Opfer im Zimmer.

Ein Sprecher des Bezirksamts bestätigte gegenüber der Zeitung, dass seitens der Mitarbeiter die Polizei nicht informiert wurde. Der Jugendklub habe das Bezirksamt unmittelbar nach Bekanntwerden der Anschuldigungen bis hin zur Amtsleiterin informiert, so der Sprecher weiter. Aber es passierte erkennbar nichts. Das Jugendamt habe keine Anzeige gestellt, da dem Jugendamt weder vom Opfer noch vom Täter die Namen bekannt gewesen seien.

Dass der Fall überhaupt bekannt geworden ist, ist Mitarbeitern des benachbarten Mädchentreffs „Die RosaMinta“ zu verdanken, die endlich die Polizei verständigten. Auch sie hatten zunächst die Mitarbeiter des Jugendclubs gebeten, die Polizei zu informieren. Als diese nichts taten, riefen sie selbst an.

Das Opfer hat inzwischen eine Videoaussage gemacht, um die Übergriffe nicht mehrfach schildern zu müssen. Polizeibeamte haben das Handy des 17-jährigen mutmaßlichen Vergewaltigers beschlagnahmt. Der Vater der 16-Jährigen hat Anzeige gegen den jungen Täter und auch gegen Verantwortliche im Jugendklub und beim Bezirksamt erstattet.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärte auf Nachfrage lediglich, dass die Behörde das Verfahren übernommen habe. „Weitere Auskünfte können zum Schutz der Ermittlungen derzeit nicht erteilt werden“, sagte der Sprecher.

Innensenatorin Iris Spranger (SPD) forderte am Mittwoch Aufklärung: „Was in den Berichten steht, soll so stimmen. Die Polizei hat sofort reagiert und das sofort an das Landeskriminalamt übermittelt. Die Zusammenarbeit von Polizei, LKA und Staatsanwaltschaft hat sehr gut funktioniert“, sagte sie. Und weiter: „Was nicht funktioniert hat, müssen das Bezirksamt, die zuständige Stadträtin und die zuständige Senatsverwaltung aufklären.“

Ja, das wäre schön…




Tricia Tuttle bleibt Chefin der Berlinale

BERLIN – Berlinale-Chefin Tricia Tuttle bleibt doch im Amt. Nach einer Krisensitzung im Kanzleramt sagte Kulturstaatssekretär Wolfram Weimer, ihr werde für die Zukunft ein „beratendes Forum“ zur Seite gestellt. Außerdem werde man einen Verhaltenskodexes für alle Kulturveranstaltungen des Bundes erarbeiten.

Im Kulturausschuss des Bundestages hatte Weimer klargestellt, dass bei der diesjährigen Berlinale „Dinge entgleist“ seien. Weimar wörtlich: „Können wir vielleicht Verfahren finden, Strukturen finden, Hilfestellung bieten, dass das in Zukunft unterbleibt?“

Bei der Berlinale vor einigen Wochen hatte der syrisch-palästinensische Regisseur Abdallah Alkhatib der Bundesregierung in seiner Art von „Dankesrede“ vorgeworfen, Partner „des Völkermords im Gazastreifen“ zu sein. Das sorgte für Empörung. Israel bestreitet den Völkermord-Vorwurf ebenso wie die Bundesregierung. Weimer und andere verurteilten die Äußerungen des Regisseurs. Der thüringische Umweltminister Carsten Schneider (SPD) verließ aus Protest die Abschlussgala am 21. Februar.




Berlin hat die Wahl: Wer Wohnraum will, wählt links – wer links wählt, verhindert Wohnraum

von KLAUS KELLE

BERLIN – Wenn Sie sich im Tennis ein bisschen auskennen, dann wissen Sie, was man unter einem „Matchball“ versteht. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat das Kunststück geschafft, innerhalb weniger Wochen zwei Matchbälle zu versemmeln, die ihm mit hoher Wahrscheinlichkeit eine weitere Amtszeit im Roten Rathaus beschert hätten.

Beim Stromausfall im Südwesten zum Beispiel, als wir statt eines mitfühlenden Landesvaters, der Probleme der frierenden Bürger gleich vor Ort löst und heißen Tee an die Helfer verteilt, einen Regierenden erleben mussten, der sich Zeit für seine Tennisstunde nahm, während Zehntausende unter den Folgen eines linksradikalen Terroranschlags litten.

Und dann das Glatteis-Chaos mit zahlreichen Unfällen und Verletzten durch Stürze auf vereisten Gehwegen. Und Wegner, der Richtlinienkompetenz hat, ordnet nicht etwa an, dass sofort Salz gestreut wird, auch wenn das der Umweltlobby nicht in den Kram passt. Einen führungsstarken Regierenden hätten wir da gerne erlebt. Hätten wir …

Ist also Schwarz-Rot nur eine kurze Episode?

Wenn am 20. September das Abgeordnetenhaus neu gewählt wird, blickt unsere Stadt auf dreieinhalb Jahre schwarz-rote Koalition zurück, die mit dem Versprechen angetreten ist, Berlin einfach mal machen zu lassen. Doch die Realität sieht für viele Berliner anders aus.

Die Unzufriedenheit mit der Arbeit des Senats unter dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) ist in aktuellen Umfragen auf einem Höchststand. Mehr als 60 Prozent der Berliner geben an, mit der Regierungsarbeit unzufrieden zu sein. Man wirft Wegner vor, bei den großen Themen wie der Verwaltungsreform oder dem Wohnungsbau zu wenig geliefert und sich zu oft in internen Streitigkeiten mit dem Koalitionspartner SPD verheddert zu haben.

Aber in der Sonntagsfrage liegt die CDU mit etwa 23 Prozent weiter deutlich auf Platz eins. Wegner profitiert von der Zersplitterung seiner Gegner und von der schieren Verzweiflung der Bürgerlichen, die nach dem Hinscheiden der FDP und der Putinisierung weiter Teile der AfD heimatlos geworden sind. So gilt Wegner vielen Berlinern als kleineres Übel gegenüber einem drohenden rot-rot-grünen Block, der die angeschlagene Hauptstadt definitiv weiter in die Grütze führen würde.

Es ist ja seit vielen Jahren für Außenstehende rational nicht nachzuvollziehen, warum eine deutliche Mehrheit der Berliner immer wieder diejenigen wählt, die die offenkundigen Probleme nicht nur nicht lösen, sondern verschlimmern.

Ein Beispiel ist der fehlende Wohnraum

Berlin ist weiter ein Magnet für den alljährlichen Zuzug tausender Menschen. Das hängt damit zusammen, dass hier Deutschlands Regierung sitzt, mit allerlei Begleitzug aus Wirtschaftsverbänden, Kreativagenturen, Beratern und NGOs. Gut bezahlte „Jobs, Jobs, Jobs“, wie der aktuelle US-Präsident rufen würde.

Der ideale Nährboden für Stadtentwickler und kapitalkräftige Investoren. Berlin, da hatte Klaus Wowereit (SPD) einst völlig recht, ist „arm, aber sexy“. Aus dieser Stadt könnte man etwas Großes machen, eine pulsierende und vor allem prosperierende Metropole im Herzen Europas, wie man so schön sagt.

Aber die Wähler in Berlin wollen das nicht

Warum auch immer. Wollten sie mehr Bautätigkeit, Investitionen, einfache Genehmigungsverfahren und mehr staatliches Geld für diesen Sektor, dann müssten sie die Parteien wählen, in denen diese Leute ihre Repräsentanz haben. Früher waren das in Berlin CDU und FDP, bei denen sich – ich sage es mal salopp – allerlei „Bauluden“ tummelten. Das Problem dabei: Wenn diese Leute investieren und bauen und auch Risiken eingehen sollen, was angesichts einer massiv gestiegenen Nachfrage dringend notwendig wäre, dann wollen sie auch Profit machen. „Money makes the world go round“, wusste schon Liza Minnelli. Und ja, Kapitalismus ist angetrieben von Profitstreben; wir in Deutschland haben die Soziale Marktwirtschaft erfunden, die ungehemmten Kapitalismus eindämmt. Eine gute Erfindung.

Aber so tickt der Berliner eben nicht

Der Berliner liebt seine „Kieze“, seine Pluderhosen-Muttis, seine bräsige Multikulti-Romantik sonntagsnachmittags am Mauerpark. Und er wählt links, was für die linken Parteien eine Win-win-Situation ist. Die verhindern nämlich nach Kräften, dass gebaut und Gewinn erwirtschaftet wird, trommeln und stimmen dagegen.

Am 26. September 2021 stimmten 59,1 % der Berliner – mehr als eine Million Bürger (ca. 1,03 Millionen Menschen) – für die Verstaatlichung großer Immobilienkonzerne, um „die Mieten bezahlbar zu halten“. Gott sei Dank hat so ein Volksbegehren in Berlin nur appellativen Charakter; der Senat ist nicht gezwungen, das Ergebnis dann auch umzusetzen. Warum sollte ausgerechnet so was hier klappen?

Der Senat setzte eine Expertenkommission ein, die nach zwei Jahren Beratung zu dem Ergebnis kam, dass man Verstaatlichung rechtlich machen könne, die Hürden aber hoch seien. In Deutschland sind die Hürden immer hoch – wegen irgendwas.

Die schwarz-rote Koalition unter Wegner hat dann im Dezember 2025 einen Entwurf für ein Rahmengesetz vorgelegt, das so geschrieben ist, dass Enteignungen faktisch verhindert oder extrem erschwert werden. Ich liebe diese Stadt … irgendwie.

Also zusammengefasst …

Der Berliner fordert mehr bezahlbare Wohnungen, lehnt aber die Kapitalisten und Parteien ab, die ihm die notwendigen Häuser bauen können, weil die damit auch Geld verdienen würden. Stattdessen wählt man linke Parteien, die Bautätigkeit nach Kräften verhindern – und das mit zum Teil irren Begründungen.

So verzögerten sogenannte Naturschutzverbände in Pankow das Großprojekt „Pankower Tor“ mit seinen 2.000 neuen Wohnungen um Jahre, weil dort die seltene Kreuzkröte ihr Zuhause hat. Ein anderes Wohnbauprojekt wurde für ein ganzes Jahr gestoppt, weil man zuvor die Auswirkungen der Baumaßnahmen auf die heimische Insektenpopulation prüfen wollte.

Schön auch: In Reinickendorf durften hunderte Wohnungen nicht gebaut werden, weil das Land Berlin den Bau einer Grundschule aus Geldmangel streichen musste. In Berlin gibt es aber ein Gesetz, das keine Baugenehmigungen zulässt, wenn im Nahbereich nicht auch eine Grundschule existiert. Und so weiter – man könnte endlos erzählen vom täglichen Irrsinn in unserer Metropole, die aber erstaunlicherweise irgendwie noch zu existieren scheint.

Zusammengefasst: Der Berliner wählt links, was dazu führt, dass er keinen bezahlbaren Wohnraum bekommt. Und weil er deshalb zu wenig Wohnraum hat, ist er unzufrieden und wählt auch wieder links, weil er glaubt, das würde automatisch den Wohnungsmangel stoppen. Ein ewiger Kreislauf. Glauben Sie mir, es sieht hier zwar anders aus, aber die DDR ist in den Köpfen vieler Berliner quicklebendig. Der Staat wird’s schon richten.

Neben der Achillesferse Mieten und Wohnen hat Berlin zwei weitere Hauptprobleme

Innere Sicherheit und Migration: Das ist weiter ein Konjunkturprogramm für die AfD, die vermutlich weiter deutlich zulegen wird. Obwohl die CDU bei der Polizeireform eine Menge richtig gemacht hat. Und die Kürzungen im Sozial- und Kulturbereich haben hier eine lange, liebgewonnene Tradition. Das ist dann das Konjunkturprogramm für die Linke.

Kenia oder linker Block?

Stand heute haben CDU und SPD keine eigene Mehrheit mehr. Nach der Wahl könnte Wegner vielleicht die Grünen mit ins Regierungsboot locken. Die haben keine gemeinsamen Ziele außer dem Willen zur Macht. Bleibt als Alternative, da die „Alternative“ nicht mitspielen darf, nur der linke Block aus SPD, Grünen und Linken, vielleicht sogar BSW. Das wäre der Super-GAU für Berlin, denn die SPD wäre mit Grünen und Linken nur der Juniorpartner am Katzentisch und die Destruktiven könnten tun und lassen, was sie wollen.




BERLINALE 2026: Taxifahren in Lagos und ein „queeres Gefängnis-Epos“

von KLAUS KELLE

In Deutschland verlieren im Moment durchschnittlich 10.000 Menschen pro Monat ihren Arbeitsplatz. Die Probleme mit der Massenmigration sind weiterhin vielleicht eingedämmt, aber die Unfähigkeit des Bundes und der Länder, konsequent abgelehnte Asylbewerber abzuschieben – insbesondere Kriminelle, die hier schwerste Gewalttaten verübt haben –, ist erschütternd. Mehr als 100.000 Abtreibungen werden jedes Jahr in Deutschland registriert; junges Leben, Geschöpfe Gottes, die einfach ausgelöscht werden.

Viele Themen würden mir einfallen für Drehbuchautoren, Produzenten und Regisseure in einem der bedeutendsten Filmwettbewerbe der Welt: der Berlinale.

Doch was finde ich?

Ein „elektrisierendes Porträt der nigerianischen Megacity Lagos“, in der „Lady“ (gespielt von Jessica Gabriel’s Ujah) mit klassischen Geschlechterrollen bricht. Denn „Lady“, eine „junge, androgyn wirkende Frau“, die sich als eine der wenigen Taxifahrerinnen in der hyper-maskulinen Welt von Lagos durchsetzt, spart eisern jeden Naira, um aus der chaotischen Metropole in die Küstenstadt Freetown (Sierra Leone) fliehen zu können. Und dann, ganz wichtig, taucht plötzlich ihre Freundin „Pinky“ auf, um sie in die glitzernde, gefährliche Welt der Nachtclub-Szene einzuführen. Und klar, sie ist ja Taxifahrerin: „Lady“ fährt dann mit ihrem Auto „eine Gruppe schillernder Sexarbeiterinnen durch die Nacht“.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch

Kultur ist nur Kultur, wenn sie frei ist. Maler sollen Bilder malen, wie und was sie wollen, Theaterregisseure können absurdeste Stoffe inszenieren und natürlich dürfen Filmemacher auch das Vortragen nepalesischer Hirtenlyrik in einem achtstündigen Dokudrama verarbeiten. Aber erwarten Sie bitte nicht, dass normale Menschen sich das dann auch antun!

Die 76. Internationalen Filmfestspiele Berlin finden unter der Leitung der neuen Intendantin Tricia Tuttle statt, die sich erkennbar bemüht hat, den Rythmus der Stadt aufzugreifen.

Die Aufmerksamkeit zum Start gehört traditionell der „Berlin Opening Night“. In diesem Jahr fand die exklusive Sause im SO/ Berlin Das Stue statt. Das ehemalige dänische Botschaftsgebäude am Tiergarten bot eine perfekte Kulisse für eine Nacht, in der Diskretion und Extravaganz zusammen passten.

Auf dem roten Teppich vor dem Hotel die traditionelle Show der Filmstars: Michelle Yeoh, die in diesem Jahr mit dem Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde, Hollywood-Größen wie Neil Patrick Harris, Pamela Anderson und ein gut gelaunter Channing Tatum für internationales Flair. Und unsere heimischen Top-Namen waren natürlich dabei: Iris Berben, Daniel Brühl und Matthias Schweighöfer.

In der Sektion Berlinale Special zog vor allem die Horrorkomödie „Die Blutgräfin“ von Ulrike Ottinger das Publikum an. Isabelle Huppert spielt eine exzentrische Adelige, die zwischen Splatter und High-Fashion wandelt.

Wer schnappt sich nun den Bären?

Die internationale Jury unter dem Vorsitz von Wim Wenders hat keine leichte Aufgabe. Während früher oft große politische Parabeln dominierten, geht es dieses Jahr – na klar – um Identität (nicht die deutsche, versteht sich), Familie und das Aufbrechen alter Rollenbilder.

Und natürlich, ich hätte sonst etwas vermisst, gibt es das queere Gefängnisdrama „Animol“: „Mit seiner rohen, aber zärtlichen Erzählweise über Liebe unter widrigsten Bedingungen“ gilt es als heißester Anwärter auf den Goldenen Bären. Na dann…

Der Fokus liegt bei dieser Berlinale weniger auf dem erhobenen Zeigefinger als früher. Das ist gut. Aber ob am Ende „das kraftvolle Kino aus Nigeria“, das „deutsche Rollenspiel-Drama“ oder das „queere Gefängnis-Epos“ gewinnt, ist mir persönlich völlig schnuppe.