Blackout im Berliner Südwesten: 50.000 Haushalte ohne Strom

von KLAUS KELLE

ZEHLENDORF – Frohes neues Jahr? Vergessen Sie es, jedenfalls, wenn Sie im Südwesten Berlins leben! Seit dem frühen Morgen sind rund 50.000 Haushalte und 2.000 Betriebe in Nikolassee, Wannsee, Zehlendorf und Lichterfelde ohne Strom. Was oberflächlich wie ein technischer Defekt wirkt, hat sich innerhalb weniger Stunden zu einem Kriminalfall entwickelt, der die Sicherheitsbehörden der Hauptstadt in höchste Alarmbereitschaft versetzt.

Denn im Jahr 2026 ist die Sensibilität für Angriffe auf die kritische Infrastruktur (KRITIS) nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre auf einem historischen Höchststand.

Die Dimension des aktuellen Ausfalls weckt düstere Erinnerungen

Der massive Blackout im Südosten Berlins im September des Vorjahres ist noch gut in Erinnerung. Damals waren zwei Strommasten Ziel eines politisch motivierten Brandanschlags, vermutlich von Linksextremisten. Die Parallelen jetzt sind beängstigend: Wieder sind rund 50.000 Kunden betroffen, wieder ist der Tatort ein exponierter Punkt der Infrastruktur, und wieder droht der Ausfall über Tage anzuhalten.

Sollte sich der Verdacht der Brandstiftung bestätigen, steht Berlin erneut vor der Frage, wie verwundbar die deutsche Hauptstadt gegen hybride Bedrohungen aus Russland oder linksextremistische Sabotageakte ist. Kabelbrücken und Strommasten sind oft nur schwer lückenlos zu überwachen. Sie bilden die „weichen Ziele“ einer hochtechnisierten Gesellschaft, deren Stilllegung mit minimalem Aufwand maximale gesellschaftliche Destabilisierung erzeugt.

Ein Stromausfall im Jahr 2026 bedeutet weit mehr als dunkle Wohnzimmer

  • Mobil- und Festnetz: Die Polizei warnt bereits in den sozialen Netzwerken vor massiven Störungen der Telekommunikation. In einer Welt, die auf Echtzeit-Kommunikation basiert, bedeutet der Ausfall der Masten eine Isolation ganzer Stadtteile.
  • Notrufsysteme: Wenn das Handy nicht mehr funktioniert, ist der Notruf 110 oder 112 unerreichbar. Die Polizei hat daher die Bürger aufgerufen, bei dringenden Notfällen direkt Feuerwachen oder Polizeidienststellen aufzusuchen – ein Rückgriff auf analoge Sicherheitsstrukturen in einer Krisensituation.
  • Wirtschaftlicher Schaden: 2.000 betroffene Betriebe bedeuten im Klartext: Kühlketten unterbrochen, Kassensysteme tot, Produktionsausfälle. Der wirtschaftliche Schaden geht bereits jetzt in die Millionen.

Während der Stromnetz-Betreiber in Berlin händisch versucht, die Störung bis zum Abend zu beheben, bleibt für die Bewohner von Wannsee und Zehlendorf nur die Flucht. „Wer die Möglichkeit hat, woanders zu sein heute, wo es warm ist und wo der Strom fließt, sollte die Möglichkeit nutzen“, teil die Stadt mit.

Der aktuelle „Blackout“ zeigt aber erneut, dass Sicherheit nicht nur an den Außengrenzen oder in der digitalen Cloud verteidigt werden muss, sondern ganz real an den verrosteten Kabelbrücken unserer Städte. Der Berliner Südwesten bleibt vorerst dunkel – und die Suche nach den Tätern wird zum Lackmustest für die Wehrhaftigkeit des Rechtsstaates gegen Sabotage von innen.




Berlins Herzschlag zwischen Ruinen und High-Tech: Eine Reise durch die Clubgeschichte

Berlin im Jahr 2026 ist eine Stadt, die ihre Vergangenheit als „Spielplatz der Anarchie“ längst hinter sich gelassen hat und dennoch versucht, deren Geist in einer Welt voller Gentrifizierung und Algorithmen zu bewahren. Wer heute durch die Tür des Zig Zag Jazz Clubs tritt oder im Loci Loft an seinem Drink nippt, atmet eine Atmosphäre ein, die ohne die wilden 70er, 80er und die Nachwendezeit nicht denkbar wäre. Doch wie weit ist der Weg vom legendären Dschungel in der Nürnberger Straße bis zu den heutigen Hotspots wirklich?

Die Ära der Exzesse: Dschungel und das West-Berlin der 80er

Wenn man heute über die Transformation der Szene spricht, kommt man am Dschungel nicht vorbei.

In den 1980ern war dieser Club in Schöneberg das Berliner Äquivalent zum New Yorker Studio 54. Hier trafen sich David Bowie, Iggy Pop und Nick Cave. Es war eine Zeit, in der Live-Musik und exzessive Selbstdarstellung eins waren. Das Quasimodo in Charlottenburg war damals die unangefochtene Speerspitze für Jazz und Blues – ein Ort, der heute zwar noch existiert, aber oft im Schatten seiner eigenen Historie steht.

Mit dem Mauerfall verschob sich das Epizentrum. Die Freiheit der 90er gebar Orte wie das E-Werk oder den frühen Tresor, wo Live-Acts zwischen rostigen Maschinenteilen auftraten. Es war die Zeit, in der „Live“ oft bedeutete, dass ein DJ und ein Drummer die Grenzen zwischen Konzert und Party verschmolzen ließen.

Der schleichende Wandel: Vom Keller in die Lounge

In den vergangenen zehn Jahren hat sich ein entscheidender Shift vollzogen: Die Professionalisierung. Während man früher in improvisierten Off-Locations in Neukölln oder Wedding oft auf wackeligen Holzkisten saß, verlangt das Publikum heute – und das spiegeln Clubs wie das Loci Loft perfekt wider – eine Symbiose aus erstklassiger Akustik, kulinarischem Anspruch und ästhetischem Design.

Das Loci Loft in Reinickendorf ist das Paradebeispiel für diesen neuen Chic. Es hat bewiesen, dass Live-Musik nicht mehr nur im Zentrum der Stadt (Mitte oder Kreuzberg) stattfinden muss. Die Menschen sind bereit, für Qualität weiter zu fahren. Hier wird Jazz und Soul nicht mehr als staubiges Genre präsentiert, sondern als Lifestyle-Erlebnis.

Die Gewinner des Jahres 2026: Authentizität vs. Kommerz

Was ist heute „hip“? Das Quasimodo hat für viele junge Berliner an Relevanz verloren, weil es als zu touristisch oder „festgefahren“ wahrgenommen wird. Stattdessen haben Clubs wie das Zig Zag in Schöneberg den Thron übernommen. Warum? Weil sie die Intimität der alten Tage mit einem kuratorischen Anspruch verbinden, der weltklasse ist. Das Zig Zag fühlt sich an wie ein Wohnzimmer, in dem zufällig herausragende Musiker spielen.

Gleichzeitig hat sich in Neukölln und Wedding eine neue, raue Live-Szene etabliert. Orte wie das Donau115 oder das Arkaoda halten die Fahne des Experimentellen hoch. Hier geht es nicht um schicke Cocktails, sondern um den Moment, in dem die Musik alles andere übertönt – ganz im Geiste des alten West-Berlins.

Gentrifizierung und das Clubsterben

Doch der Wandel hat seinen Preis. Viele ikonische Orte mussten weichen. Die „Club-Autobahn“ (A100) und steigende Mieten haben die Szene weiter nach außen gedrängt. Das führt dazu, dass Clubs heute hybrider sein müssen. Ein reiner Jazzclub hat es schwer; Orte wie das Gretchen in Kreuzberg überleben, weil sie zwischen Hip-Hop-Beats, elektronischen Live-Sets und Jazz-Improvisationen hin- und herwandern.

Fazit: Die Seele bleibt, das Gewand ändert sich

Berlin ist 2026 glatter geworden, zweifellos. Der Schweiß an den Wänden wurde oft durch Schalldämmung und Design-Tapeten ersetzt. Doch die Sehnsucht nach dem echten, handgemachten Moment ist größer denn je. Dass Orte wie das b-flat oder das A-Trane trotz aller Krisen noch immer Abend für Abend die Lichter anknipsen, zeigt: Die Berliner Live-Szene ist nicht tot, sie ist nur erwachsen geworden.

Wer heute den Geist des Dschungels sucht, findet ihn vielleicht nicht mehr in einer vernebelten Diskothek in Schöneberg, sondern in der Energie eines Solo-Saxophonisten im Zig Zag oder in der Eleganz eines Abends im Loci Loft. Berlin bleibt die Stadt der Verwandlung – und seine Clubs sind die Bühne dafür.




Vor dem Schloss Charlottenburg kommt echte Weihnachtsstimmung auf

CHARLOTTENBURG – Der Weihnachtsmarkt am Schloss Charlottenburg ist schon etwas Besonderes. Und ja, er ist einfach schön, romantisch, vor der erleuchteten Kulisse des Barockschlosses, mit einem wunderbaren und vielfältigen Angebot an Dingen, die man eigentlich nicht braucht, aber die einfach…auch schön sind. Und kulinarisch reicht es hier weit über Thüringer Bratwurst, Pizza und Glühwein hinaus. Allein das gefüllte warme Landbrot ist es wert, noch einmal dorthin zu gehen.

Mehr als 100 regionale und internationale Anbieter in Holzhütten und Pagodenzelten bieten Kunsthandwerk, ausgefallenen Geschenkideen und weihnachtliche Speisen und Getränke an. Wer nicht in der Kälte am Stehtisch ausharren will, der findet beheizte Zelte, in denen ganze Menüs angeboten werden.

Etwa 70 bis 80 Weihnachtsmärkte gibt es in der deutschen Hauptstadt während der Adventszeit. Und die Bandbreite ist enorm von den großen kommerziellen Touristenattraktionen am Alexanderplatz und am Potsdamer Platz bis hin zu kleinen, spezialisierten Märkten wie dem „Lucia“-Weihnachtsmarkt oder dem Umwelt- und Weihnachtsmarkt in der Sophienstraße.

Wie können sich die vielen Leute das bloß leisten, frage ich mich, als wir nach drei unbeschwerten Stunden das vorweihnachtliche Treiben vor dem Schloß Charlottenburg verlassen. Denn die Preise sind schon happig für Glühwein, Currywurst mit Pommes und französische Trüffelsalami.

An einer Hütte bieten sie Christbaumkugeln an, das Stück für 28 Euro. Die waren echt schön anzusehen, aber 28 Euro für eine Christbaumkugel? Ich weiß ja nicht…

Nachher zu Hause werden Manche dann wieder klagen, wie schlecht alles in Deutschland geworden ist, und dass der Untergang bevorsteht, und erst die Milliarden für die Ukraine….




CHAMPIONS Night im „Estrel“: Eiskunstläufer Hase und Volodin sind unsere Sportler des Jahres

Die CHAMPIONS Gala, bei der im Hotel „Estrel“ alljährlich die besten Sportlerinnen und Sportler ausgezeichnet werden, gehört zu den glanzvollsten Veranstaltungen, die die deutsche Hauptstadt zu bieten hat. Vor 1900 begeisterten Gästen wurden gestern Abend die Eiskunstläufer Minerva-Fabienne Hase und Nikita Volodin als Berlins Sportler des Jahres geehrt.

Zwei weitere Titel wurden an die Frauen des 1. FC Union Berlin verliehen: für das beste Frauen-
Team und mit Ailien Poese für die beste Trainerin. Team des Jahres bei den Männern sind die
Handball Füchse, die sich noch einmal für ein furioses Jahr belohnen.

Der beliebte Publikumspreis der Hauptstadt-Medien wird seit 1979 vergeben. 2004 wurde auch
die Preisverleihung der Wahl für ein breites Publikum geöffnet.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner (CDU), gratulierte: „Berlin ist die Hauptstadt des Sports – und wir werden uns auch künftig für gute Bedingungen für den Profisport einsetzen. Denn das ist die Voraussetzung, damit unsere Spitzensportlerinnen und -sportler national und international so erfolgreich sein können.“

Sonderpreise für zwei Sport-Ikonen

Zwei nationale Medaillen und Pokale – 94mal Gold, 124mal Silber, 56mal Bronze – diese
Erfolgsbilanz ist nicht zu fassen – und weltweit einmalig! Es ist die Karrierebilanz von
Eisschnellläuferin Claudia Pechstein (53), die ihre Schlittschuhe erst im März 2025 an den Nagel
hing. Bis dahin hatte sie über mehr als drei Jahrzehnte den deutschen und internationalen
Wintersport geprägt. Mit neun olympischen Medaillen, davon fünf in Gold, ist sie eine der
erfolgreichsten Wintersportlerinnen Deutschlands Zeiten und hat auch mit ihrer Teilnahme an
acht Olympischen Winterspielen eine Weltbestleistung erreicht.

Und dann „die Mischung aus Diktator im Trainingsanzug und Entertainer“, wie BILD den Berliner mit der Reibeisenstimme einmal nannte. Treffender kann man Box-Trainer Ulli Wegner (83) nicht
beschreiben. Als Amateurboxer hatte er selbst 176mal im Ring gestanden. Profitrainer wurde er
Mitte der 1990er Jahre.

Mit eiserner Hand und flotten Sprüchen (manchmal beschimpfte er
seine Schützlinge sogar) formte er Boxer wie Markus Beyer, Sven Ottke, Marco Huck oder Arthur
Abraham zu Welt- und Europameistern.

Und wenngleich Ulli Wegner am Abend verabschiedet wurde von seinem aktiven Sportlerleben, es ist noch nicht Schluss. Heute Morgen um 7 Uhr startete er vom BER aus seine vielleicht, aber nur vielleicht („Mir gefällt es hier ganz gut“) letzte große Boxer-Aktion und stieg in den Flieger nach Dubai, weil er sich vom Bulgaren Kubrat Pulev (44) überreden ließ, den noch auf seinen WM-Kampf gegen den Russen Murat Gassiev am 12. Dezember vorbereiten. Aber dann ist wirklich Schluss. Sagt er.




1.183 Mietverträge für vorher wohnungslose Menschen abgeschlossen

Berlin hat in diesem Jahr bisher insgesamt 1.183 Mietverträge für wohnungslose Menschen abgeschlossen. Das teilt die Senatskanzlei mit. 

Zuvor hatte Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) dem Senat einen Bericht dazu vorgelegt. Kiziltepe zufolge stellen die landeseigenen Wohnungsunternehmen den größten Anteil an Wohnraum zur Verfügung. Erfasst wurden aber auch die Daten von Modellprojekten wie «Wohnen statt MUF» bis zum Projekt „Housing First“. Die genaue Zahl der Obdachlosen, die eine Wohnung bekommen haben, lässt sich der Sozialverwaltung zufolge nicht angeben, statistisch erfasst ist nur die Zahl der Mietverträge.

In Berlin lebten im Januar 2024 55.656 wohnungslose Menschen, darunter 47.260 in Unterkünften und 6.032 auf der Straße. Die Zahl der Wohnungslosen steigt, was auf steigende Mieten, persönliche Schicksale und weitere Faktoren zurückzuführen ist.

Kiziltepe kündigte an, auch wenn die Rahmenbedingungen herausfordernd blieben, würden weiterhin verlässlich Wohnungen an wohnungs- und obdachlose Menschen vermittelt.




Kindesentführung vereitelt

Ein Alptraum mit glücklichem Ausgang: Im Berliner Stadtteil Johannisthal sprach gestern ein 18-jähriger „Mann“ einen zweijährigen Jungen an, der an einer Pfütze spielte. Er nahm den Kleinen auf den Arm und rannte plötzlich mit dem Kind weg, bevor die Mutter (29) reagieren könnte. Die Frau sprintete hinterher und holte den Entführer ein, der sofort auf sie einschlug.

Glücklicherweise sahen Passanten, was passierte und griffen ein. Eine zufällig vorbeikommende Streife der Bundespolizei handelte sofort und nahm den „Mann“ fest. Der Zweijährige blieb unverletzt, seine Mutter erlitt Prellungen im Gesicht. Der Täter wurde zur psychiatrischen Begutachtung in ein Krankenhaus gebracht.




203.000 Studenten an Berlins Hochschulen

Rund 166.000 Studenten davon sind im Wintersemester an den drei staatlichen Hochschulen eingeschrieben.

Seit 1. Oktober läuft das Wintersemester, die Vorlesungen an der Freien Universität (FU) und der Humboldt Universität (HU) haben gestern begonnen. Nach Angaben der Senatsverwaltung werden bei den nicht staatlichen Hochschulen keine wesentlichen Veränderungen bei der Studierendenzahl im Vergleich zum Vorjahr erwartet. Insgesamt werde von schätzungsweise 203.000 Studenten an allen Berliner Hochschulen ausgegangen. 

Mehrere tausende Menschen fangen in diesem Wintersemester ein Studium an. An der HU sind es derzeit nach eigenen Angaben 7.860 Erstsemester (Stand 2. Oktober). An der Freien Universität haben sich demnach laut vorläufigem Stand rund 8.350 Studenten neu eingeschrieben. Laut TU liegt die voraussichtliche Immatrikulationszahl bei rund 6.700 Studenten in Bachelor- und Masterstudiengängen.




Polizei nimmt 20-jährigen Messerstecher fest

Nach intensiven Ermittlungen des Landeskriminalamtes (LKA) haben Beamte heute Morgen einen polizeibekannten 20-Jährigen in Neukölln festgenommen. Der Mann soll am 14. September einen 44-Jährigen im Volkspark Hasenheide ohne Anlass mehrfach in den Oberkörper gestochen zu haben. Das Opfer wurde schwer verletzt und musste notoperiert werden.

Die Festnahme erfolgte in der Wohnung der Eltern des Beschuldigten in der Allerstraße. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ der Ermittlungsrichter einen Haftbefehl gegen den 20-Jährigen. Über Mogiv und Herkunft der beteiligten sagt die Berliner Polizei nichts.




Berlin hat ein großes Rattenproblem – außer in Spandau

Das Ratten-Problem in Berlin ist seit Jahren bekannt. Schon vor zwei Jahren sollte es einen Runden Tisch zum Thema „Stadtratten“ geben. Doch, wie so vieles in unserer Stadt, folgten den Ankündigungen keinen Taten. Eine Anfrage der Grünen im Abgeordnetenhaus fördert nun zu Tage, wie schlimm die Situation heute tatsächlich ist. „Alle der zwölf Berliner Bezirke leiden unter einer Rattenplage. Viele tausend Meldungen zu den Schädlingen gehen jedes Jahr bei den zuständigen Gesundheitsämtern und Grünflächenämtern ein“, heißt es in der Antwort des Senats.

So stellte das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf fest: «Hauptursache für die hohe Rattenpopulation ist die permanente Verschmutzung der Anlagen durch Speisereste/ Taubenfütterung, die von Bürgern hinterlassen werden.“ Und in Friedrichshain-Kreuzberg werden vor allem die Kottbusser Brücke, der Traveplatz, der Boxhagener Platz und der Lausitzer Platz als Hotspots der Ratten genannt. Auch da die gleichen Gründe: Lebensmittelreste in den Parks, die Vogelfütterung und «die zunehmende Verschmutzung und Verwahrlosung öffentlicher und privater Flächen».

Bis auf Spandau melden alle Bezirke diese wachsende Plage. Besonders unangenehm: In Neukölln wagen sich die unsauberen Nagetiere in großer Zahl auch direkt in die Wohngebiete.d die Wanderratte (Rattus norvegicus).

In Berlin kommt hauptsächlich die Wanderratte vor, die eine Vielzahl von Krankheitserregern auf den Menschen übertragen kann, etwa Salmonellen, Leptospiren (Erreger des Morbus Weil) und Toxoplasmen (Erreger der Toxoplasmose). Menschen können sich anstecken, wenn sie gebissen werden, wenn sie Staub einatmen, der mit den Ausscheidungen der Tiere (Urin, Kot) verunreinigt ist, oder wenn sie Lebensmittel verzehren, die kontaminiert sind. Außerdem spielen Ratten eine Rolle bei der Übertragung von Tierseuchen (Schweinepest, Maul- und Klauenseuche).




Strom-Anschlag in Berlin zeigt, wie gefährdet Deutschlands kritische Infrastruktur wirklich ist

Vor Wochen haben Terroristen die Starkstromkabel an zwei Strommasten im Ortsteil Johannisthal (Bezirk Treptow-Köpenick) zerstört. Die Folge war der längste Stromausfall in Berlin seit mindestens 26 Jahren.

Betroffen waren 50.000 Haushalte, mehrere Tausend über Tage. Inzwischen funktioniert alles wieder. Es dauerte 60 Stunden, bis die Stromversorgung wiederhergestellt werden konnte.

Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) informierte das Abgeordnetenhaus über die Erkenntnisse der Ermittler, die von linksextremen Tätern aus dem Inland ausgehen. Ein öffentlich verbreitetes Bekennerschreiben der Täter weise Ähnlichkeiten mit einem ähnlichem vom Februar aus, als ein Brandanschlag nahe dem Tesla-Werk in Grünheide (Brandenburg) verübt wurde – ebenfalls von Tätern aus dem linksradikalen Milieu der Hauptstadt.

Linksextremisten verursachen durch Sabotagehandlungen, Sachbeschädigungen und Brandstiftungen jährlich Sachschäden in mehrstelliger Millionenhöhe, resümiert das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV): „Angriffe auf Infrastrukturen, kritische oder sonstige, treffen nicht nur Unternehmen. Zunehmend ist auch die Bevölkerung von Ausfällen und Beeinträchtigungen der Energie- und Telekommunikationsinfrastruktur oder des öffentlichen Personenverkehrs betroffen, die durch linksextremistische Anschläge verursacht werden.“

Ja, und weiter?

Zweifellos ist unser Staat nicht in der Lage, jeden Strommast, jeden Regionalbahnhof und jedes Wasserwerk rund um die Uhr bewachen zu lassen. Die Infrastruktur ist anfällig für Anschlage, auch ernstzunehmender Saboteure aus dem Bereich feindlich gesinnter Geheimdienste.

Erst im Juli hatte die Präsidentin des Militärischen Abschirmdienstes (MAD),Martina Rosenberg (55), vor einer dramatischen Zunahme von Sabotageakten in Deutschland gewarnt: Sabotage auf Schiffen der Bundesmarine und gegen militärische Infrastruktur, manipulierte Technik, Cyberattacken, Ausspähversuche militärischer Liegenschaften und hoch entwickelte Drohnen, die gegen elektronische Störungen resistent sind.

Hinzu kommt eine Welle russischer Desinformation hauptsächlich über Internet-„Medien“. Und das zeigt Wirkung, wie jeder täglich in den Sozialen Netzwerken selbst verfolgen kann, wo eine wahre Armada gehirngewaschener Nachbeter auch der dümmlichsten russischen Narrative unterwegs sind, um öffentliche Debatten in Deutschland zu beeinflussen und etwa gegen den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu hetzen, um den Willen der deutschen Bevölkerung zur weiteren Unterstützung der Ukraine immer weiter zu schwächen. Das passiert nicht zufällig, das ist Teil der psychologischen Kriegsführung russischer Geheimdienste und der Internet-Trolle in St. Petersburg.

Zu den russischen Sabotage- und Spionageaktivitäten gehören nach Analysen der deutschen Sicherheitsdienste neben direkten Sabotageakten gegen Bahnlinien oder den Flugverkehr auch zunehmend illegale Erkundungsflüge mit Drohnen wie zum Beispiel 2024, als mehrfach schnell fliegende Drohnen nahe des LNG-Terminals in Brunsbüttel entdeckt wurden.

Schiffe der russischen „Schattenflotte“ spionieren Windparks in der Nord- und Ostsee aus, durchtrennen Unterseekabel. Russische Kampfjets verletzen nahezu täglich den Luftraum auch von NATO-Staaten im Baltikum, Finnland, Rumänien und Polen.

Registriert wurden Brandstiftungen in Lagern für Ukraine-Hilfsgüter, Rüstungsfabriken oder Einkaufszentren zuletzt in Großbritannien und Polen.

Im Juni 2024 wurde in Berlin ein Feuer gelegt bei der Rüstungsfirma Diehl, die das hoch effektive Luftabwehrsystem Iris-T unter anderem für die Ukraine produziert.

Und im Juni meldete das globale amerikanische Fernsehnetzwerk CNN, ein US-Geheimdienst habe einen Mordanschlag auf den Chef des Rüstungsriesen Rheinmetall, Armin Papperger vereiteln können.

Wenn man betrachtet, wie anfällig Deutschland in allen möglichen relevanten Bereichen ist und welchen Schaden ein paar hirnlose Linksextremisten allein in einer Metropole wie Berlin anrichten können, mit was müssen wir rechnen, wenn Russland ernstmacht und es einen heißen Konflikt gibt?