Als Journalist bin ich 1988 zufällig nach (damals) West-Berlin gekommen. Genau die richtige Zeit würde ich sagen.
Sieben Jahre war ich damals hier, habe intensiv gelebt und gearbeitet und nach etwa einem halben Jahr habe ich begonnen, mich in diese Stadt zu verlieben. Und das hält bis heute an, jedenfalls gibt es keine Anzeichen, dass es sich ändern könnte.
Berlin ist atemberaubend lebendig, von Menschen außerhalb der Stadtgrenzen gern geschmäht, aber irgendwie funktioniert es. Natürlich kann man sich über die Politik aufregen, über vermüllte Ecken, düstere S-Bahnhöfe und überforderte Ämter. Klar, das tue ich auch.
Und als Zugezogener werde ich nie diese Sehnsucht der Wähler verstehen, dass es schlechter werden muss. Das ist einzigartig hier.
Beispiel: Berlin braucht dringend mehr Wohnungen, weil die Stadt wächst. Und weil die Mehrheit denkt, neue Wohnungen gibt es, wenn man links wählt, bekommen dann die die Mehrheit, die verhindern, dass effektiv gebaut werden kann. Selbst Verstaatlichung ist hier wieder ein Thema, obwohl Staatsbetriebe niemals so effektiv sein können wie private Unternehmer.
Weil aber die Mehrheit auf den Staat setzt, gibt es viel zu wenig neue Wohnungen in Berlin, was dann wieder ein Grund für viele ist, bei der nächsten Wahl links zu wählen. Und so weiter…
Ich und wir werden uns ab jetzt jeden Tag intensiv mit dieser Stadt beschäftigen. Wir haben keine parteipolitische Agenda, kein Konzern steckt hinter uns, wir schreiben einfach, was uns so einfällt. Für Sie, die Spaß daran haben…
Auf geh’s!
Klaus Kelle