16-Jährige in Berliner Jugendclub vergewaltigt: Behörde rief Polizei nicht, um arabische Täter „nicht zu stigmatisieren“
BERLIN – Es ist unfassbar, was in unserem Land und besonders in der Hauptstadt Berlin jeden Tag an verstörenden Vorkommnissen passieren. Und es ist kein Geheimnis mehr, dass viele Politiker, Behörden und Medien sich aktiv an der Vertuschung von Straftaten beteiligen, die nicht ins eigene ideologische Weltbild passen.
So wie heute von der BILD berichtet
In einem „Jugendclub“ im Berliner Problembezirk Neukölln sollen neun Jungen „mit arabischen Wurzeln“ eine 16-jährige türkisch-kurdische Schülerin im Januar in einen hinteren Raum des Jugendklubs (Wutzkyallee) getragen, auf eine Couch geworfen, sich abwechselnd auf sie gesetzt und die Jugendliche angefasst haben. Ein weiterer Junge stand an der Tür Schmiere. Erst als zufällig eine Mitarbeiterin bemerkte, was da passiert, ließen die Jugendlichen von der Schülerin ab.
Drei Tage nach dem Vorfall habe die 16-Jährige ausgesagt, dass sie bereits im November vergangenen Jahres im Garten der Einrichtung vergewaltigt wurde. Der damals 17-jährige Täter soll die Tat gefilmt und ihr gedroht haben: „Ich will dich hier jeden Montag sehen, sonst schicke ich das deinen Eltern.“
Wie die BILD heute berichtet, waren die Übergriffe auf das Mädchen sowohl dem Jugendklub als auch dem Jugendamt bekannt. Doch niemand dort habe die Polizei informiert und Strafanzeige erstattet. Intern habe es im Jugendklub geheißen, man wolle „den Ball flachhalten“, damit die Täter nicht pauschal mit „typisch Muslime“ stigmatisiert würden. Stattdessen sei in der Einrichtung die Tür des hinteren Raums ausgehängt worden und man habe ein sogenanntes „Safewort“ vereinbart, das Mädchen im Falle einer Bedrohung äußern könnten. Gegen wen auch immer, denn im Januar waren nur Täter mit ihrem Opfer im Zimmer.
Ein Sprecher des Bezirksamts bestätigte gegenüber der Zeitung, dass seitens der Mitarbeiter die Polizei nicht informiert wurde. Der Jugendklub habe das Bezirksamt unmittelbar nach Bekanntwerden der Anschuldigungen bis hin zur Amtsleiterin informiert, so der Sprecher weiter. Aber es passierte erkennbar nichts. Das Jugendamt habe keine Anzeige gestellt, da dem Jugendamt weder vom Opfer noch vom Täter die Namen bekannt gewesen seien.
Dass der Fall überhaupt bekannt geworden ist, ist Mitarbeitern des benachbarten Mädchentreffs „Die RosaMinta“ zu verdanken, die endlich die Polizei verständigten. Auch sie hatten zunächst die Mitarbeiter des Jugendclubs gebeten, die Polizei zu informieren. Als diese nichts taten, riefen sie selbst an.
Das Opfer hat inzwischen eine Videoaussage gemacht, um die Übergriffe nicht mehrfach schildern zu müssen. Polizeibeamte haben das Handy des 17-jährigen mutmaßlichen Vergewaltigers beschlagnahmt. Der Vater der 16-Jährigen hat Anzeige gegen den jungen Täter und auch gegen Verantwortliche im Jugendklub und beim Bezirksamt erstattet.
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärte auf Nachfrage lediglich, dass die Behörde das Verfahren übernommen habe. „Weitere Auskünfte können zum Schutz der Ermittlungen derzeit nicht erteilt werden“, sagte der Sprecher.
Innensenatorin Iris Spranger (SPD) forderte am Mittwoch Aufklärung: „Was in den Berichten steht, soll so stimmen. Die Polizei hat sofort reagiert und das sofort an das Landeskriminalamt übermittelt. Die Zusammenarbeit von Polizei, LKA und Staatsanwaltschaft hat sehr gut funktioniert“, sagte sie. Und weiter: „Was nicht funktioniert hat, müssen das Bezirksamt, die zuständige Stadträtin und die zuständige Senatsverwaltung aufklären.“
Ja, das wäre schön…


